„On the electrification of road transportation“ – Studie zu elektrischen Zweirädern

In der Diskussion um die Zukunft der E-Mobilität stehen zumeist Elektroautos im Vordergrund. Zu Unrecht, meinen die Autoren einer Studie, die sich mit den ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten der Nutzung elektrischer Zweiräder auseinandersetzen. Die Forschergruppe des Gemeinsamen Forschungszentrums der EU-Kommission (JRC) in Ispra und der Universitäten Utrecht und Genf kommt zum Schluss, dass elektrische Zweiräder generell energieeffizienter sind als konventionelle Zweiräder und Pkw – und dass sie die Umwelt weniger verschmutzen. Während Elektrofahrräder zumindest in Europa den Markt zunehmend erobern, halten sich die Käufer bei den größeren E-Zweirädern noch deutlich  zurück. Für die Studienautoren sind die Gründe dafür klar: Bei E-Bikes sind die Vorteile, etwa der größere Bewegungsradius, eindeutig erkennbar. Ein solcher klar formulierter Benefit fehlt bei den E-Mopeds oder -Motorrädern bisher. Für eine verstärkte Ausweitung der E-Mobilität auf zwei Rädern ist die Anpassung städtischer Infrastruktur nötig – und ein verstärktes multimodales Denken der Verkehrsplaner.  Auch eine stärkere Berücksichtigung bei der politischen Förderung sollte in Betracht gezogen werden. Ein lohnendes Unterfangen, denn der konsequente Ausbau der Zweirad-E-Mobilität ist ein guter Schritt zur Dekarbonisierung der Gesellschaft.

On the electrification of road transportation – A review of the environmental, economic, and social performance of electric two-wheelers (2015)
Martin Weiss, Peter Dekker, Alberto Moro, Harald Scholz, Patel Martin, Pergamon-Elsevier Science Ltd, 2015.
On the electrification of road transportation – A review of the environmental, economic, and social performance of electric two-wheelers (2015)

RENEWBILITY - On the electrification of road transportation

Bildnachweis: Zlois