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Forschungsergebnisse

Wie können wir in Deutschland in Zukunft Mobilität für alle gewährleisten und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen deutlich mindern?

Wie kann der Personen- und Güterverkehr in Zukunft klimaschonender gestaltet werden? Welche konkreten Maßnahmen braucht es, um die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor zu vermindern? Welche Auswirkungen hat der Klimaschutz auf die Volkswirtschaft?

Antworten auf diese Fragen zu finden und mögliche Entwicklungspfade für nachhaltige Mobilität bis zum Jahr 2030 aufzuzeigen, war Ziel des Forschungsprojektes RENEWBILITY II. Das Forschungsteam aus Öko-Institut e.V., Institut für Verkehrsforschung/DLRsowie Fraunhofer ISI stellte die Ergebnisse am 9. November 2012 in Berlin vor.


RENEWBILITY II

Zur Erreichung der langfristigen Klimaschutzziele ist eine deutliche Minderung der Treibhausgasemissionen auch im Verkehrssektor zwingend erforderlich. Während das grundsätzliche Ziel gesellschaftlich anerkannt ist, steht die Diskussion über mögliche Entwicklungspfade zur langfristigen Zielerreichung noch am Anfang. Angesichts eines auch für die Zukunft prognostizierten weiteren Anstiegs von Personen- und Güterverkehr steht der Verkehrssektor in den kommenden Dekaden vor der besonderen Herausforderung das Bedürfnis nach Mobilität von Personen und Gütertransport mit dem Anspruch einer nachhaltigen Entwicklung in Einklang zu bringen.

Vor diesem Hintergrund hatte das Projekt RENEWBILITY zum Ziel, ein Analyseinstrument zu entwickeln, das Potenziale und Hemmnisse für eine nachhaltige Mobilität untersucht und die Wechselwirkungen verschiedener Maßnahmen sowie zwischen dem Verkehrs- und Energiesektor aufzeigt. Es wurde in enger Kooperation mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteuren entwickelt. Der Modellierungsansatz bildet anhand von Szenarien mögliche Entwicklungen im Verkehrssektor bis zum Jahr 2030 sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite ab. Analysiert wurden der innerdeutsche Straßen-, Schienen- und Binnenschiffverkehr.

RENEWBILITY II baut auf den Projektergebnissen von RENEWBILITY I (2005 - 2009) auf und wurde im Projektzeitraum 2010 - 2012 um das ökonomische Modell ASTRA-D erweitert. Damit können nun auch die ökonomischen Effekte von Klimaschutzmaßnahmen abgebildet werden. Ein aktualisiertes Basisszenario sowie ein über RENEWBILITY I hinausgehendes Klimaschutzszenario wurden in der zweiten Projektphase konzipiert und mit dem weiterentwickelten RENEWBILITY-Modellverbund analysiert.

Zu den Projektergebnissen von RENEWBILITY II

RENEWBILITY I

Mit dem Projekt RENEWBILITY I entwickelten das Projektteam, bestehend aus Öko-Institut und DLR einen Modellierungsansatz, mit dem die Wirkung konkreter Instrumente und Maßnahmen auf die Treibhausgasemissionen im Verkehr quantifiziert werden kann. Die Forscher untersuchten Potenziale und Hemmnisse für eine nachhaltige Mobilität und zeigten gleichzeitig die Wechselwirkungen mit der Förderung erneuerbarer Energien auf. Verschiedene Szenarien analysieren die Wirkung der ergriffenen Maßnahmen für die Treibhausgasminderung.

Das Modell wurde in enger Kooperation mit verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren diskutiert und ein Klimaschutzszenario für den Verkehrssektor abgeleitet. Die Maßnahmen reichen in diesem Szenario vom Ausbau des ÖPNV und der Elektromobilität, über eine Fortschreibung der CO2-Grenzwerte für Pkw auf 80 g/km im Jahr 2030 bis hin zu einer Erhöhung von Lkw-Maut und Kraftstoffpreisen. Bis 2030 könnten damit die CO2-Emissionen von 226 Millionen Tonnen auf 174 Millionen Tonnen gesenkt werden ? trotz ähnlicher Verkehrsentwicklung wie im Basisszenario.

Zu den Projektergebnissen von RENEWBILITY I

Beide Projektvorhaben wurden gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Das Umweltbundesamt förderte zusätzlich RENEWBILITY II.