Mehr Effizienz und Lebensqualität – die Renewbility-Szenarien im Fokus

1. Wie sind die Ergebnisse des Projekts aufbereitet?

Renewbility präsentiert mögliche Entwicklungen des Verkehrssektors durch in sich konsistente und vorstellbare Szenarien. Die Ergebnisse werden ab dem Tag der Abschlussveranstaltung, also dem 8. November 2016 , als Beschreibungen der Szenarien in unterschiedlichen Formen vorliegen: Wer sich ausführlich informieren möchte, dem bietet die Abschlussbroschüre  eine detaillierte Übersicht über alle Szenarien und Szenaretten sowie die zugrunde liegenden Annahmen, Maßnahmen und Berechnungsmodelle. Einen kurzen Überblick gibt ein Faltblatt mit den wichtigsten Erkenntnissen. Darüber hinaus werden die Daten für den vergleichenden Einsatz in einem „Online-Tool“ visualisiert. Dort kann man unterschiedliche Maßnahmen und deren Auswirkungen auf den Verkehr der Zukunft betrachten.

2. Welche Szenarien werden als besonders attraktiv aus Sicht des Klimaschutzes bewertet?

In Renewbility werden nur Szenarien betrachtet, die bis zum Jahr 2050 zu einer vollständigen Dekarbonisierung des Verkehrssektors führen. Das bedeutet, dass die benötigte Energie zu diesem Zeitpunkt über Strom aus erneuerbaren Energien, mit strombasierten Kraftstoffen (mit Strom aus erneuerbaren Energien) oder Biokraftstoffe abgedeckt wird. Aus Sicht des Klimaschutzes sind alle diese Szenarien attraktiver als das so genannte „Basisszenario“. Dies zeigt auf, was passiert, wenn über die bisher bereits beschlossenen Maßnahmen im Verkehrssektor keine zusätzlichen eingeleitet werden.

Betrachtet man neben Klimaschutz auch den Faktor Lebensqualität in Innenstädten sowie die volkswirtschaftlichen Kosten, so ist vor allem das Renewbility-Szenario „Effizienz plus“ wünschenswert. Hier wurden zusätzlich zu effizienzsteigernden Maßnahmen auch Schritte zur Steigerung der Lebensqualität berücksichtigt, wie etwa ein ambitioniertes Parkraummanagement, Tempo 30 oder Carsharing Angebote mit Elektrofahrzeugen.

3. Wurden auch Spezialfragen wie etwa die „Digitalisierung“ berücksichtigt?

Digitalisierung und Autonomes Fahren sind Megatrends und ein großes Forschungsthema in der Wissenschaft. Allerdings ist umstritten, wie sich die Entwicklungen auf den Klimaschutz auswirken werden. Zwei Entwicklungstendenzen stehen sich dabei gegenüber. Einerseits könnte die Autonomisierung Carsharing deutlich attraktiver machen und so zu einer vermehrten Abschaffung von privaten Pkw und einer stärkeren Nutzung alternativer Verkehrsmittel führen. Auf der anderen Seite ist jedoch auch das Gegenteil vorstellbar: eine Zunahme des privaten Pkw-Bestandes und der Pkw-Nutzung aufgrund des gesteigerten Fahrkomforts.  Belastbare Daten zur Wirkung des autonomen Fahrens liegen bislang nicht vor. In den Renewbility-Szenarien wird deshalb implizit unterstellt, dass die Effekte sich ausgleichen.

4. Werden konkrete Handlungsempfehlungen ausgesprochen?

In den unterschiedlichen Szenarien werden verschiedene Optionen aufgezeigt werden, die alle zu einer Dekarbonisierung des Verkehrssektors führen würden. Dazu gehört die Reduktion der Verkehrsnachfrage durch kürzere Wege ebenso wie etwa die Verlagerung von Motorisiertem Individualverkehr auf alternative Verkehrsmittel, beispielsweise durch die Förderung des Radverkehrs. Auch die Forcierung der Elektromobilität und der Einsatz nachhaltiger Bio- oder strombasierter Kraftstoffe sind als Optionen angeführt. All diese in den Szenarien aufgezeigten Wege können nun von der Politik bewertet und gegebenenfalls in konkrete Instrumente umgesetzt werden.

5. Steht das Datenmaterial frei zur Nutzung zur Verfügung?

Die Abschlussbroschüre des Projektes liefert ausführliche Informationen zu den Szenarien sowie den zugrundeliegenden Berechnungen und Annahmen. Darüber hinaus werden die Daten in einem „Online-Tool“ übersichtlich aufbereitet und visualisiert. Dort kann man unterschiedliche Maßnahmen und deren Auswirkung auf den Verkehr der Zukunft isoliert  betrachten. Die einzelnen Übersichtscharts stehen zum Download bereit und können mit Verweis auf die Quelle genutzt werden. Bei tiefer gehenden Hintergrundfragen kann Kontakt zu den beteiligten Forschungseinrichtungen aufgenommen werden. Die Kontaktdaten und Fachbereiche finden sich auf www.renewbility.de